Announcement: Herzlich willkommen

Herzlich willkommen auf meiner privaten Website mit Historischem zum Murgtal. Sie befindet sich noch im Aufbau und wird noch benutzerfreundlicher gestaltet. Schwerpunkte sind zunächst Gaggenau mit seinen Stadtteilen, das Benzwerk, die Eisenwerke, Michael Flürscheim und Joseph Vollmer.

Um keine weitere Internetseite aufbauen zu müssen, habe ich damit begonnen, meine Sammlung historischer Stickmustertücher hier mit aufzunehmen.

Viel Spass beim Stöbern wünscht Ihnen

Michael Wessel

 

1888: perforierte Toilettenrollen aus den Eisenwerken Gaggenau

Bereits 1888 boten die Eisenwerke Gaggenau vier Halter für perforiertes Toilettenpapier an - vier Jahrzehnte vor Hakles Produktion in Ludwigsburg.

Bereits 1888 boten die Eisenwerke Gaggenau vier Halter für perforiertes Toilettenpapier an – vier Jahrzehnte vor Hakles Produktion in Ludwigsburg.

Badisches Tagblatt, 25. August 2015         DER MURGTÄLER

Gaggenauer Komfort fürs Closet

Der gerollte Hygieneartikel wurde früher als bislang angenommen hergestellt

Am 26. August ist Tag des Toilettenpapiers

Von Michael Wessel

Gaggenau – Es gibt Gedenktage, die regelmäßig durch die Medien gehen. So ist am morgigen 26. August – man kann es kaum glauben – der internationale Tag des Toilettenpapiers, der toilet paper day. Gibt es einen besseren Anlasse, die Geschichte des Toilettenpapiers, auf die bei solcher Gelegenheit gerne zurückgeblickt wird, zu korrigieren? Denn jetzt belegen zwei Dokumente, dass der Hygieneartikel bereits 1888 in den Eisenwerken Gaggenau in großem Stil hergestellt wurde. Bislang galt als gesichert, dass gerolltes Toilettenpapier in Deutschland erst in den 1920er Jahren produziert wurde.

Bisher wird Hans Klenk zugeschrieben, die Toilettenrolle auf dem europäischen Festland eingeführt zu haben. Der Firmenname, die Abkürzung Hakle, ist vielen geläufig. So schrieb beispielsweise die Berliner Zeitung 2003: „Der schwäbische Unternehmer Hans Klenk wickelte im Jahr 1928 – vor 75 Jahren – zum ersten Mal lange Papierstreifen auf eine Rolle. Damit führte der ehemalige Banker in Europa ein, was die Firma Scott um 1890 in Amerika bereits vorgemacht hatte. Die amerikanische Papierfabrik hatte sich damals noch gescheut, den eigenen Namen auf das als anrüchig empfundene Produkt zu drucken.

Hakle-Produktion erst ab 1928

Auch der Brite W. C. Alcock, der in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts eine Alternative zu den bis dahin üblichen Zeitungsschnipseln erfand, nannte diese schamvoll Papierlockenwickler. Klenk hatte keine derartigen Bedenken und gründete 1928 sein Werk im schwäbischen Ludwigsburg. Als Firmennamen wählte er seine erweiterten Initialen: Hakle. Dazu fiel ihm ein psychologisch wertvoller Werbespruch ein: „Verlangen Sie eine Rolle Hakle, dann brauchen Sie nicht Toilettenpapier zu sagen.“

Diese weit verbreitete Auffassung, dass erst 1928 die Toilettenrolle auf dem europäischen Festland eingeführt wurde, muss jetzt korrigiert werden. Denn bereits fast vier Jahrzehnte zuvor, 1891, wirbt Theodor Bergmann, Geschäftsführer der Eisenwerke Gaggenau, in einer Firmenbroschüre für seine Toilettenrollen: „Papier-Perforier-Anstalt, mit 12 Specialmaschinen, fertigt pro Tag über 2000 Rollen gelochtes Closetpapier und ist bis heute wohl auf dem ganzen Kontinent die einzige derartige Anstalt.“ Zwei Zeichnungen ermöglichen den Blick in die Produktion des gerollten und gelochten Toilettenpapiers.

Die frühe Produktion von Toilettenpapier in den Eisenwerken Gaggenau belegen auch diese beiden Zeichnungen aus dem Jahr 1891.

Die frühe Produktion von Toilettenpapier in den Eisenwerken Gaggenau belegen auch diese beiden Zeichnungen aus dem Jahr 1891.

 

Luxus mit Leuchte und Streichholzhalter

In den Gaggenauer Eisenwerken wurde offensichtlich aber bereits früher Toilettenpapier auf Rollen produziert, denn in einem ledergebundenen „Illustrirtem Preisverzeichnis“, das 1888 anlässlich der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft herausgegeben wurde, werden gleich vier sehr unterschiedliche „Closetclipse für Rollenpapier“ mit folgender Werbebotschaft offeriert: „Die meisten Halter für Rollen-Papier haben den Nachtheil, dass die Rollen zu schwierig einzumachen sind und dass namentlich beim Abreissen zu viel Papier nachläuft, d. h. sich von selbst abrollt und unordentlich herunterhängt. Bei diesen neuen Clips sind diese Mängel beseitigt, indem die Einführung eine sehr einfache ist.“

Diese Formulierung lässt darauf schließen, dass es sich zu diesem Zeitpunkt um keine Neuheit handelte, also gerolltes Toilettenpapier und die dafür notwendigen Halter sogar bereits vor 1888 hier angeboten wurden. Diese kosteten in einfachster Ausführung zehn Mark und in der Luxusvariante mit Leuchter und Streichholzhalter 78 Mark. Die dazu gehörige Rolle mit 1000 Abrissen wurde im Dutzend für zwölf Mark angeboten. Beides also ein besonderer Luxus, wenn man bedenkt, dass die 78 Mark mehr als dem Wochenlohn eines Facharbeiters entsprachen.

Weiter heißt es: „Wir machen noch ausdrücklich darauf aufmerksam, dass unser Rollenpapier perforirt ist, was den grossen Vortheil hat, dass man selten mehr abreisst als eben nothwendig ist, während bei nicht perforirtem Papier immer zu viel abgerollt wird und dieses dann trotz etwas billigerem Ankaufpreis, wesentlich theurer zu stehen kommt, als das unsrige.“

Wie im „Illustrirtem Preisverzeichnis“ weiter zu sehen ist, boten die Eisenwerke auch Halter für „Closetpapierhalter in Buchform“ an. Dabei war man sich nicht zu schade, das Markenzeichen, zwei gekreuzte Pistolen, groß auf das Deckblatt zu drucken.

Am Tag des Toilettenpapiers können wir also feststellen, dass sich die perforierte Klorolle von Gaggenau aus auf dem europäischen Festland verbreitet hat.

Mehr zu den Eisenwerken Gaggenau in dem Buch „Michael Flürscheim – Industrieller, Sozialökonom, Utopist“, erhältlich im Buchhandel oder über www.buchundbild.de sowie auf www.murgtal-chronik.de

 

 

 

Landesverein Badische Heimat

Wenn Sie sich für die Geschichte unserer Region interessieren, dann sollten Sie sich über die Ziele und Aufgaben des Landesvereins Badische Heimat informieren. Ein umfangreiches Portrait ist in Wikipedia unter http://de.wikipedia.org/wiki/Badische_Heimat oder deren Website http://www.badische-heimat.de zu finden.  Ansprechpartner der Regionalgruppe Rastatt ist Martin Walter, Leiter des Kreisarchivs Rastatt, Tel. 07222 381 3581, E-Mail; rastatt(at)badische-heimat.de

Programm 2020

Unter Vorbehalt:

  1. Oktober: Dr. Michael Braun: Die europäische Friedensordnung nach dem Ersten Weltkrieg

 

  1. November: Sigrid Gensichen, M.A: Zwischen Schlackenwerth und Rastatt. Markgräfin Franziska Sybilla Augusta von Baden-Baden (1675–1733)

 

  1. Dezember: Thomas Eck: Libellen in unserer Heimat

 

Die Vorträge finden, sofern nicht abweichend angegeben, abends um 20.00 Uhr

in den Fraktionsräumen (D 0.06/D 0.07) im neuen Landratsamt (Am Schlossplatz 5) statt.

Der Zugang erfolgt über den VHS-Eingang.

Kontakt: Martin Walter/Kreisarchiv Rastatt, Am Schlossplatz 5, Tel.: 07222/381-3581.

Der Eintritt ist frei. Beachten Sie bitte die Ankündigungen in der Presse.

1817 Stickmustertuch aus England

Fertiggestellt durch Alice Parker am 4. Sept. 1817

Seide wohl auf Leinen

Die oberste Reihe stellt einen Vorhang dar, rechts und links flankiert von zwei Engeln, mittig der Himmel und die Erde, zwei fliegende Enten umrahmt von Mond und Sternen. Darunter ein Sinnspruch, wie das auf englischen Mustertüchern oft gestickt worden ist. Es waren biblische Sprüche, die zur Festigung des Religionsunterrichts dienten, bzw. meist lebens -begleitende Sprüche. Rechts und links davon zwei Vasen, die linke Vase mit Nelken, als Symbol für das Blut Jesu Christi, rechts Rosen als Mariensymbol.

Dann über die ganze Breite eine Szene mit Haus, Garten mit Bäumen und Vögeln, mittig vor der Umzäunung ein Hund. Dieses Haus könnte das Wohnhaus der Stickerin bzw. eine Schule darstellen, also ein Haus,  das der Bildung bzw. der Erziehung diente. Auf jeden Fall erkennbar, dass es sich hierbei nicht um ein gewöhnliches Haus handelt!

Im unteren Teil finden wir unterschiedliche Bäume, Hirsche, Schafe, Hunde, einen Hahn sowie einen Truthahn. Außerdem die Hausherrin sowie einen gefüllten Korb, der Wohlstand symbolisiert. Diese ländliche Idylle wirkt fast unwirklich und dennoch liebenswert!

Sehr guter Zustand und schöne morbide Farben, hauptsächlich in Grüntönen, etwas blau und beige, Kreuzstich.

Wurzelholzrahmen, Format 50 x 50 cm

26.05.2002 cr

1773 – Stickmustertuch Sachsen – Museumsstück

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Seide auf Leinen, in der für diese Region typisch langen und schmalen Form. Zu Beginn verschiedene Linien bzw. immer aufwändigere Bordüren in Kreuzstich. Dann folgen unterschiedliche Alphabete sowie Zahlen. Darunter diverse Blumen und Kartuschen sowie zwei sich zugeneigte Vögel als … Weiterlesen

1782 – Stickmustertuch aus Dänemark

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Seide auf Wollmusselin, extrem fein, verschiedene Alphabete und Zahlen in unterschiedlichen Stickarten. Auch die Motive sind in den verschiedensten Stickarten ausgeführt worden, besonders auffällig die Himmelsburg im Augenstich, sehr eigenwillige Kreuzigungsszene, extrem gute Farben. Das Tuch war wohl selten dem … Weiterlesen

1786 – Stickmustertuch aus Schweden

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Seide auf Seide. Dieses Mustertuch wurde nicht in gezählten Stichen gestickt, sondern in feinster „Nadelmalerei“ oder auch „Seidenmalerei“, wie sie in Frankreich und England für höfische Kleidung beliebt war. Zeichenmeister Johann Friedrich Netto brachte 1795 in Leipzig ein Vorlagenbuch heraus. … Weiterlesen

1787 – Stickmustertuch aus Dänemark

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Seide auf Leinen, Kreuzstich, Bindseilstich, Plattstich, Holbeinstich, Petit Point. Neben unterschiedlichen Alphabeten und Zahlen folgende Motive: Links datierter Abendmahltisch mit Lebenskerzen, darüber das IHS, Kreuzigung mit Blütenkranz, sich zuneigende Tauben als Zeichen der Liebe, Eichhörnchen, mittig Adam und Eva im … Weiterlesen